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Mighty Oaks

Mexico Live 2022

„I never saw it coming / an avalanche of hard ship“: mit diesen Worten eröffnet Ian Hooper das vierte Album von MIGHTY OAKS, "Mexico". Erfrischend ehrlich angesichts der Tatsache, dass wir seit nunmehr über einem Jahr weltweit unter der Pandemie leiden, gesundheitlich, psychisch, sozial. Aber Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders baden nicht in Corona-Verzweiflung und Selbstmitleid, nein, ihr neues Album verbindet die ehrliche Auseinandersetzung mit schwierigen Themen wie Sucht oder psychischer Gesundheit mit Hoffnung und Hymnen auf die Liebe – zur Familie, zu Freund*innen, zum Partner und zum Leben. So, wie man es von Mighty Oaks kennt, aber intimer und persönlicher als vielleicht jemals zuvor in ihrer Karriere.

Ihr letztes Album, All Things Go, erschien vor genau einem Jahr, sie verbrachten Februar und März auf Tour und dann – Stille. „Corona war uns die ganze Tour über auf den Fersen“, erzählt Sänger und Songwriter Ian Hooper und lacht, „wir kamen gerade aus Norwegen zurück und ein paar Tage später hieß es schon: Lock down!“ Für Hooper der perfekte Anlass, seinen Traum vom Kellerstudio, an dem er schon lange bastelte, endlich umzusetzen. „Zum ersten Mal seit vielleicht unserem ersten Album hatte ich die Ruhe und die Zeit, einfach nur einen Haufen Songs zu schreiben”, erinnert sich Hooper, “vielleicht klingt es deswegen auch so viel mehr aus einem Guss als unsere letzten Alben.“

Die drei Bandkollegen und langjährigen Freunde nahmen die Songs dann gemeinsam mit ihrem Produzenten Nikolai Potthoff und ihrem Schlagzeuger Jonah Förster in Hoopers Heimstudio auf, was auch ein kleines Abenteuer war: wie würde es klingen? „Ich hatte es noch nie wirklich ausprobiert, wie würden zum Beispiel Drums dort klingen? Wir waren alle etwas nervös, ich auch. Aber es war wirklich das Beste, was wir hätten tun können. Zuhause aufzunehmen hat uns zurückversetzt zu diesem Gefühl der Anfangstage der Band, als Claudio und ich anfingen in seiner Wohnung Musik zu machen“, erinnert sich Hooper, „ich habe mich schon lange nicht mehr so im Frieden mit mir selbst als Musiker gefühlt. Zuhause aufzunehmen hat auch den Druck rausgenommen: diese Zeit war unsere Zeit, wir mussten kein großes Studio bezahlen, niemand hat irgendetwas von uns erwartet, wir hatten einfach Zeit für uns.“

Und so verbindet "Mexico" das Beste aus beiden Welten: es ist so intim, persönlich und unmittelbar, wie MIGHTY OAKS klangen als sich die Welt in sie verliebte. Aber gleichzeitig ist es auch das erwachsene Album dreier Musiker, die ihre Stimme gefunden haben, die das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen leben und die sich schon längst nicht mehr beweisen müssen – und gerade deswegen umso ehrlichere, direktere und berührendere Songs schreiben können, Songs für unsere Zeit. „Die letzten Monate waren für niemanden leicht. Die Musik war für mich mein Outlet“, sagt Hooper. Eine Parlour-Gitarre, die er tiefer und dunkler gestimmt hat, hat viele der Stücke inspiriert ist auf fast jedem Song zu hören, auch kam der Computer weniger zum Einsatz, weniger Plug-ins, mehr Livegefühl. „Back to the roots“, sozusagen. „Die satten, analogen Harmonien klingen wie eine flauschige Decke, warm und irgendwie angenehmer“, schwärmt der Sänger.

Ein Beispiel dafür ist das erste Stück des Albums, "Land Of Broken Dreams" der Hooper als Amerikaner besonders am Herzen liegt: Was bleibt übrig vom American Dream? Oder der Titeltrack "Mexico", das Titelstück des Albums: „Ich schrieb den Song, als wir gerade den ersten Lock down erlebten und Menschen sich um eine Packung Toilettenpapier stritten – wir haben uns als Menschen so weit entwickelt und dann passiert so etwas? Es ist absurd! Es ist ein eskapistischer Song, aber auch eine ironische Kritik der Absurdität von allem gerade.“ Es sind Songs, die zweifellos gefärbt sind von unserer aller Erfahrungen in dieser Zeit, aber gleichzeitig sind sie zeitlos, es geht um Wahrheiten, die auch in fünfzehn oder zwanzig Jahren noch gültig sind.

Ein anderes Thema, das in Hoopers Songwriting immer wieder auftaucht, sind Beziehungen und Liebe: auf "Ghost" zum Beispiel geht es darum, dass es gar nicht so leicht ist, eine Beziehung zu pflegen – aber, dass es sich lohnt, daran festzuhalten, das soulige "By Your Side" ist eine Hymne dafür, für eine geliebte Person da zu sein, wenn sie gerade durch schwierige Zeiten geht.

Im Frühjahr 2021 wird Ian Hooper an der achten Staffel der von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ teilnehmen und dort auch mit den anderen Bandmitglieder auftreten. „Es war eine gute Motivation, endlich die Aufnahmen zu beenden und rauszugehen mit dem Album“, lacht Hooper. In einem Jahr, in dem immer noch nicht klar ist, wann Bands wieder Livekonzerte spielen können, übernehmen Mighty Oaks eben die Bühne mitten in unseren Wohnzimmern – ein schöner Vorgeschmack auf alles, was noch kommt.

Das Dunkle und das Helle, das Glück und die Verzweiflung, sie liegen nah beieinander. Wie eben im echten Leben. Mit "Mexico" zeigen MIGHTY OAKS, was sie am besten können – und wo die Reise noch hingehen kann. „Ich habe mich noch nie so gut über ein Album gefühlt wie jetzt“, sagt Ian Hooper. Und wer einmal zuhört, weiß genau warum.

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Di. 05.04.2022 20:00 Uhr Wagenhallen, StuttgartKartentelefon: 0711 22 11 05
Mo-Fr: 11-16 Uhr

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20:0005.04.2022ab 35,25 €Karten kaufen

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  • SWR3

News zu Mighty Oaks

02.11.2017

MIGHTY OAKS: NEUE EP, NEUES VIDEO!

Eine neue EP? Nur wenige Monate nach dem zweiten Album Dreamers? Wieso denn das? Einen neuen Zyklus ausprobieren wollten sie, sagt Craig. Einen viel natürlicheren. Er schreibe ja eh immer weiter, sagt Ian. Auch gerade wieder sitzt er in seinem Studio und notiert Ideen für ein drittes Album der Folk-Band. Sich die Musik zurückzuerobern, das Musizieren wieder nach den eigenen Regeln gestalten, das soll der „Storm“ bringen.

In etwas über zwei Wochen, mitten in der Festivalzeit, sind Ian, Craig und Claudio aus dem Nightliner, ungeduscht, direkt ins Studio – samt Dusche – gefallen und haben mit Robert Stephenson, dem Produzenten des ersten Albums „Howl“, Musik aufgenommen, die vor allem für die Band und ihre Fans sein sollte.

„Der Zeitstress war hilfreich“, sagt Craig. „Ja, wir konnten nicht so viel diskutieren.“ Sagt Ian. Die Produktion des letzten Albums, der eigene Druck, die perfekte Radiosingle schreiben zu wollen, dann eine Tour, über 10.000 Kilometer durch die USA, selbst gefahren im Sprinter, ohne Familie und Freunde haben die Band herausgefordert und zu dem Wunsch geführt, wieder Musik in sich und für sich zu machen. Man hört das. Diese Songs brauchen und bieten viel Platz. Einfach zu machen, das war Intention dieses Sturms. Und diese organische Herangehensweise lässt die Lieder wie ein noch warmer Herbstwind klingen.

Die vier neuen Songs beschreibt Craig als „deeper“. Mehr Innensicht. Mehr Platz. „Musik perfekt für den Herbst“. Streicher ebnen den Weg für Gefühle, die den Kopf verlassen müssen. Songs über Zweifel, die eine Chance im Leben, über Heimweh und Wandlung. Natürlich die großen Themen. Für große Musik.

Musikvideo „Storm“: https://youtu.be/7NQjrYkQNcM

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