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Hubert von Goisern

Live 2016

HUBERT VON GOISERN hat den Blues. HUBERT VON GOISERN hat auch: die Vielfarbigkeit und die flirrende Energie von New Orleans. Dieses spezielle Südstaatengefühl. Und das alles balanciert er auf der Basis seiner eigenen Tradition, die zwar geografisch aus den Alpen kommt, faktisch aber die ganze Welt in einer musikalischen Idee ist.
Goisern war auf Musiksuche im Süden der USA. Und das, was er mitgebracht hat, ist stimmig, von der druckvollen Rocknummer über den schwungvollen Countrysong bis hin zur herzensschweren Ballade. Das musikalische Fenster steht sperrangelweit offen.  Alles ist Goisern.
Für „Federn“ spielt HUBERT VON GOISERN mit ein paar bekannten Nummern. Das lebensweise, lässige Hank Williams-Cover „Es is wahr“ kommt mit so viel Schwung, mit so intensivem Groove daher, dass es nicht mehr aus dem Ohr will. „So a Segn“ könnte eine uralte, österreichische Volksweise sein – ist in Wahrheit aber „Amazing Grace“, kompakt instrumentiert, trotzdem episch und verträumt. Ein bluesiges Schulterzucken: die Monk-Nummer „I bin ganz alloan“ oder der leicht frivole Aufruf an „Corrina“ mit den Worten: „Des kann‘s nit sein“. Dagegen drängt das schnelle, laute, fröhliche „Singa gang guat“, aus dem man noch die Originalversion heraushört – nämlich „Oh, Susanna“. Wieder so ein Ohrwurm, der einen nicht verlässt – obwohl nicht angepasst, nicht glattgebügelt, nicht reibungsfrei. Wie macht er das nur?
Was aber wirklich herausragend ist an „Federn“, das ist die musikalische und thematische Spannweite. In seinen Eigenkompositionen gelingt es HUBERT VON GOISERN, so direkt und unverblümt zu treffen, dass man mitgeht – sofort und mit Leidenschaft. Das liegt zum einen an seinem untrüglichen Gespür für Melodien, die neu wirken, aber auch vertraut. An den erdigen, echten, sich auf das Wesentliche konzentrierenden Arrangements.  Aber auch an der Tiefe seiner Texte: „Snowdown“ ist ein wütender, ein aufrüttelnder Blues über den Mut zur Wahrheit in einer Gesellschaft, in der Täuschung eine immer größere Rolle spielt. Das ist brandaktuell, und es fühlt sich noch viel drängender an, wenn HUBERT VON GOISERN seine Wut darüber hinausschreit.
Der Blues setzt sich fort in Nummern wie „Am hell-lichten Tag“, ein zauderndes, aber ehrliches Kopfschütteln über Menschen und Dinge, die einem Momente verfinstern. Goisern ist hier ganz tief versunken im Klang des schweren, eindringlichen Sounds der Südstaaten, nur um bei den schnelleren Nummern direkt wieder daraus auszubrechen. Die wirken so energiegeladen, so frei und treibend, dass man unwillkürlich anfängt, den Takt zu klopfen. Weil man nicht anders kann. Und weil sie eben so freudig dazu drängt,  diese Mischung auf Cajun, Country und Bluegrass, aus Pedal Steel und Ziehharmonika.
„Federn“ ist ein leichtes, schönes Spiel. Denn die Rhythmen aus New Orleans müssen nicht mit heißer Nadel an die österreichische Klangbasis gestrickt werden. Sie passen einfach – als wäre es nie anders gewesen. Seltsam, wie HUBERT VON GOISERN das immer wieder fertig bringt: man fühlt sich in der Welt zu Hause.

Zum Künstler:

HUBERT VON GOISERN ist seit mehr als 25 Jahren auf den Bühnen Europas unterwegs – als musikalischer Botschafter Österreichs, als Volksmusikerneuerer, als Entstauber und Individualist. Ganz einfach: als er selbst. HUBERT VON GOISERN hat nie das gemacht, was von ihm erwartet wurde, und war damit konsequent erfolgreich. Von den Anfängen als Alpenrocker mit dem „Hiatamadl“ über seine Expeditionen nach Tibet und Afrika, die Linz-Europa-Tour auf einem umgebauten Lastschiff bis zum bahnbrechenden Erfolg von „Brenna tuats guat“. Noch immer steckt HUBERT VON GOISERN voller Ideen und Energie, er bleibt neugierig und fordert sein Publikum heraus. Jedes Mal aufs Neue. Das ist wahrhaftig. Das begeistert.  

Stimmen zum Live-Programm:

„…nie ließ er sich mit solcher Wucht auf Blues und Rock ein. Deutlicher als je zuvor donnert es in seinen neuen Songs. (…) Vergangenheit und Gegenwart, Holter und Polter, jenseits und diesseits des Atlantiks, kulturelle Vorbehalte und künstlerische Vorurteile – das löst sich auf, wenn Pedal Steel und Ziehharmonika sich umarmen wie Freunde, die einander lange nicht sahen. Sie schwingen ausgelassen in Euphorie, übertreffen sich an Erzählfreudigkeit.“ (Salzburger Nachrichten)
„Es ist diese entschlossene Hingabe zu allem, was er anpackt, die von Goisern nicht zuletzt zu einer Live-Sensation macht (…)  Er wagt etwas und traut den Zuhörern auch etwas zu.“ (Merkur)
„Rock war dem Goiserer nie fremd, aber nun taucht er tief ein in dessen Ur-Sumpf: „Jambalaya“, Country, Neil-Young-Orgien, Lambchop-Streichler, Cajun, „und wannst an Blues mitbringst, dann ja von Louisiana“.  Bob Bernsteins Slide-Fäden verweben sich mit Goiserns Ziachern, Severin Trogbachers Georgel an Strom- und Westerngitarren duelliert sich mit den Jodlern, auch Drummer Alex Pohn und Bassist Helmut Schartlmüller suchen mehr als Rhythmus: klangliche Weite nämlich“ (Süddeutsche Zeitung)
„Nur der Goiserer weiß eben, wie man sumpfigsten Blues in ein Alm-Panorama integriert, wie man Mundartreimen geistigen Anspruch unterjubelt und einem amerikanischen Songklassiker wie Corinna eine zutiefst steirische Seele einbläst.“ (Sächsiche Zeitung)
„Im konzentrierten Bandformat mit Bass, Schlagzeug und Stromgitarre klingt das so intensiv, als hätte von Goisern nie etwas anderes gemacht; und öffnet ein weiteres Kapitel in seinem ohnehin schon nach allen Seiten sperrangelweit offenen Weltmusik-Sound-Spektrum. Bei allem Respekt für das bisherige Schaffen: Die neuen Alpenblues-Nummern, die es noch gar nicht zu kaufen gibt, zählen zum Besten, was er je gemacht hat.“ (Nürnberger Nachrichten)

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