Nach der Arbeit mit Feldmann "hätten wir niemals gedacht, noch mehr Stücke mit einem anderen Produzenten aufzunehmen, das war also sehr unerwartet, aber ebenso großartig", gibt Urie zu. Was die Band leider nicht vor einer Phase der Unsicherheit schützte, als sich 2009 zwei ihrer Gründungsmitglieder entschieden, sie zu verlassen. "Einen Monat lang oder zwei standen wir ohne Material und ohne eine Richtung da, und das war beängstigend", erinnert sich Urie. "Es war harte Arbeit, jeden Tag aus dem Bett zu steigen und ganz einfach die beste Platte zu machen, die wir machen konnten, aber nichts konnte uns bremsen, als wir erst mal unseren Groove gefunden hatten."

Das Ergebnis ist Vices & Virtues, ein Album, das ohne Anstrengung den Graben zwischen den energiereichen Pop-Hymnen ihres Debüts A Fever You Can’t Sweat Out und den psychedelischen Anleihen von Pretty. Odd. überbrückt, während gleichzeitig ein Fortschritt deutlich wird, der sich durch das gesamte Album zieht – von den Arrangements bis hin zur Instrumentierung. "Es war uns immer wichtig, nicht das zu kopieren, was wir schon gemacht haben", sagt Urie. "Die Songs auf Vices & Virtues sind stilistisch wahnsinnig facettenreich, was auf natürliche Weise passierte. Es gibt Stücke mit Jazz-Feeling, dann gibt es Rock-Songs mit Streichern und dann hyper-energetische Momente. Es gibt von allem etwas."

Vom luftigen Pop eines "Ready To Go (Get Me Out Of My Mind)" über den hieb- und stichfesten Groove eines "Hurricane" bis zur Over-the-Top-Großartigkeit von "The Calendar" zeigt Vices & Virtues eine neue Seite der Band, ohne dafür die eigene Identität zu opfern, die sie sich über die vergangenen sieben Jahre hart erarbeitet haben. "Es war natürlich anders, zwei Stimmen zu haben anstatt vier, Spencer und ich haben aber diese angenehme Dynamik zusammen, die uns bei dem ganzen kreativen Prozess sehr half", erklärt Urie. "Die Entscheidung, welche Songs auf dem Album sein sollten, dauerte lange, und das war ein echter Lernprozess, aber ich bin froh, dass wir es auf diese Weise geschafft haben, weil es uns half, uns selbst zu beweisen, dass wir das Talent besitzen, so etwas aufzuziehen."

Diese Tatsache wird bei "The Ballad Of Mona Lisa" klar ersichtlich, dem lebendigen, hymnischen Upbeat-Beweis für PANIC! AT THE DISCOs mit den Jahren immer weiter gewachsene Fertigkeit, die perfekte Pop-Hook zu schreiben. "Der Song begann als Bridge und Chorus, die auf meinem Laptop herumlagen. Im Studio spielte ich sie Butch vor, der sie auch mochte, nur wussten wir nicht, wo es mit ihnen hingehen sollte", erinnert sich Urie. "Dann fingen wir an mit dem Track herumzuspielen, und plötzlich fühlte er sich ganz natürlich an. Ich glaube, dieser Song markierte für uns in mehrfacher Hinsicht einen frischen Start. Er hat einen ähnlichen Vibe und die Energie des ersten Albums, und er zeigte uns, dass wir Spaß haben konnten, ohne uns darum zu scheren, was andere Leute denken."

Auf der Textseite ist Vices & Virtues eine stark persönliche Platte für die Band, auch wenn einige der Messages in Wortspiele und Metaphern gehüllt sind. "Viele der Songs beschäftigen sich ziemlich unmissverständlich mit dem, was wir durchmachen, aber es gibt da auch ein paar mit eher wunderlicher Präsentation", sagt Urie. "Die Worte auf diesem Album sollten uns reizen und uns berühren, das war wichtig", fährt er fort. "Viele Platten, denen wir uns während der Entstehung dieses Albums widmeten, besitzen eine Strophe, die von einer Sache handelt, und einen Chorus über etwas völlig anderes – aber das macht nichts, solange der Song gut ist. Diese Entdeckung war für uns so etwas wie ein Blanko-Scheck für Chaos... Also rasteten wir aus."

Betrachtet man PANIC! AT THE DISCOs musikalische Karriere, fällt eine Konstante auf: Sie waren nie leicht zu kategorisieren. Vices & Virtues pflegt diese Tradition, und das freut die Band vielleicht am allermeisten. "Ich liebe es, dass wir nicht in ein bestimmtes Genre passen. Wir wollten uns nie kreativ limitieren, und das ist das Beste daran, in einer Band zu sein", erklärt Urie. "Wir denken nicht an Druck und Erwartungshaltungen, wenn wir Musik machen; wir denken daran, die bestmögliche Platte zu machen und unseren Fans etwas zu geben, das sie noch nie gehört haben."

"Hätten wir nicht die Bewunderung unserer Fans, hätten wir auch nicht die kreative Vision für das, was wir tun. Deswegen sind wir ihnen unendlich dankbar", fasst Urie zusammen. "Es ist ein fantastisches Gefühl, etwas wie dies hier für eine so lange Zeit zu tun wie wir, und da draußen immer noch Leute zu haben, die sich darüber freuen und uns supporten. Mehr könnten wir uns gar nicht wünschen."

"/>
Login

Panic! At The Disco

Zuerst haben sie uns mit A Fever You Can’t Sweat Out infiziert, dann nahmen sie uns mit Pretty. Odd. gefangen. Nun ist es an der Zeit für PANIC! AT THE DISCO, uns daran zu erinnern, warum wir uns in erster Linie in sie verknallt haben. Mit Vices & Virtues, ihrem ersten Album als Duo, haben Frontmann/Multiinstrumentalist Brendon Urie und Drummer/Percussionist Spencer Smith belegt, dass ihre besten Ideen gerade erst ans Tageslicht kommen – und diese Platte markiert nicht nur den Beginn einer neuen Ära für die Grammy-ausgezeichnete Rockband aus Las Vegas, sondern läutet in vielerlei Hinsicht eine neue Periode musikalischen und emotionalen Wachstums ein. Ein Wachstum, das noch längst nicht einbrechen will.

Vor eineinhalb Jahren begannen PANIC! AT THE DISCO, den Nachfolger zum 2008er Kritikerliebling Pretty. Odd. zu schreiben, und als sie sich erst einmal mit dem etablierten Produzenten John Feldmann (The Used, Neon Trees) in Kalifornien im Studio eingerichtet hatten, wurde ihnen schnell klar, dass gerade derart viele Songs aus ihnen herauspurzelten, dass sie den Strom nicht einmal hätten stoppen können, wenn sie es gewollt hätten. "Es fühlte sich richtig an, immer weiterzumachen, also schrieben wir im Studio während der Aufnahmen mit John 15 weitere Songs", erklärt Urie. Anschließend reiste die Band zu Butch Walker (Weezer, Pink), „um ein paar weitere Akzente hinzuzufügen", am Ende flog aber das ältere Material heraus und wurde während der Sessions abermals durch neue Songs ersetzt.

Nach der Arbeit mit Feldmann "hätten wir niemals gedacht, noch mehr Stücke mit einem anderen Produzenten aufzunehmen, das war also sehr unerwartet, aber ebenso großartig", gibt Urie zu. Was die Band leider nicht vor einer Phase der Unsicherheit schützte, als sich 2009 zwei ihrer Gründungsmitglieder entschieden, sie zu verlassen. "Einen Monat lang oder zwei standen wir ohne Material und ohne eine Richtung da, und das war beängstigend", erinnert sich Urie. "Es war harte Arbeit, jeden Tag aus dem Bett zu steigen und ganz einfach die beste Platte zu machen, die wir machen konnten, aber nichts konnte uns bremsen, als wir erst mal unseren Groove gefunden hatten."

Das Ergebnis ist Vices & Virtues, ein Album, das ohne Anstrengung den Graben zwischen den energiereichen Pop-Hymnen ihres Debüts A Fever You Can’t Sweat Out und den psychedelischen Anleihen von Pretty. Odd. überbrückt, während gleichzeitig ein Fortschritt deutlich wird, der sich durch das gesamte Album zieht – von den Arrangements bis hin zur Instrumentierung. "Es war uns immer wichtig, nicht das zu kopieren, was wir schon gemacht haben", sagt Urie. "Die Songs auf Vices & Virtues sind stilistisch wahnsinnig facettenreich, was auf natürliche Weise passierte. Es gibt Stücke mit Jazz-Feeling, dann gibt es Rock-Songs mit Streichern und dann hyper-energetische Momente. Es gibt von allem etwas."

Vom luftigen Pop eines "Ready To Go (Get Me Out Of My Mind)" über den hieb- und stichfesten Groove eines "Hurricane" bis zur Over-the-Top-Großartigkeit von "The Calendar" zeigt Vices & Virtues eine neue Seite der Band, ohne dafür die eigene Identität zu opfern, die sie sich über die vergangenen sieben Jahre hart erarbeitet haben. "Es war natürlich anders, zwei Stimmen zu haben anstatt vier, Spencer und ich haben aber diese angenehme Dynamik zusammen, die uns bei dem ganzen kreativen Prozess sehr half", erklärt Urie. "Die Entscheidung, welche Songs auf dem Album sein sollten, dauerte lange, und das war ein echter Lernprozess, aber ich bin froh, dass wir es auf diese Weise geschafft haben, weil es uns half, uns selbst zu beweisen, dass wir das Talent besitzen, so etwas aufzuziehen."

Diese Tatsache wird bei "The Ballad Of Mona Lisa" klar ersichtlich, dem lebendigen, hymnischen Upbeat-Beweis für PANIC! AT THE DISCOs mit den Jahren immer weiter gewachsene Fertigkeit, die perfekte Pop-Hook zu schreiben. "Der Song begann als Bridge und Chorus, die auf meinem Laptop herumlagen. Im Studio spielte ich sie Butch vor, der sie auch mochte, nur wussten wir nicht, wo es mit ihnen hingehen sollte", erinnert sich Urie. "Dann fingen wir an mit dem Track herumzuspielen, und plötzlich fühlte er sich ganz natürlich an. Ich glaube, dieser Song markierte für uns in mehrfacher Hinsicht einen frischen Start. Er hat einen ähnlichen Vibe und die Energie des ersten Albums, und er zeigte uns, dass wir Spaß haben konnten, ohne uns darum zu scheren, was andere Leute denken."

Auf der Textseite ist Vices & Virtues eine stark persönliche Platte für die Band, auch wenn einige der Messages in Wortspiele und Metaphern gehüllt sind. "Viele der Songs beschäftigen sich ziemlich unmissverständlich mit dem, was wir durchmachen, aber es gibt da auch ein paar mit eher wunderlicher Präsentation", sagt Urie. "Die Worte auf diesem Album sollten uns reizen und uns berühren, das war wichtig", fährt er fort. "Viele Platten, denen wir uns während der Entstehung dieses Albums widmeten, besitzen eine Strophe, die von einer Sache handelt, und einen Chorus über etwas völlig anderes – aber das macht nichts, solange der Song gut ist. Diese Entdeckung war für uns so etwas wie ein Blanko-Scheck für Chaos... Also rasteten wir aus."

Betrachtet man PANIC! AT THE DISCOs musikalische Karriere, fällt eine Konstante auf: Sie waren nie leicht zu kategorisieren. Vices & Virtues pflegt diese Tradition, und das freut die Band vielleicht am allermeisten. "Ich liebe es, dass wir nicht in ein bestimmtes Genre passen. Wir wollten uns nie kreativ limitieren, und das ist das Beste daran, in einer Band zu sein", erklärt Urie. "Wir denken nicht an Druck und Erwartungshaltungen, wenn wir Musik machen; wir denken daran, die bestmögliche Platte zu machen und unseren Fans etwas zu geben, das sie noch nie gehört haben."

"Hätten wir nicht die Bewunderung unserer Fans, hätten wir auch nicht die kreative Vision für das, was wir tun. Deswegen sind wir ihnen unendlich dankbar", fasst Urie zusammen. "Es ist ein fantastisches Gefühl, etwas wie dies hier für eine so lange Zeit zu tun wie wir, und da draußen immer noch Leute zu haben, die sich darüber freuen und uns supporten. Mehr könnten wir uns gar nicht wünschen."

Presse