
Liederhalle
Monchi
MONCHI ist Sänger und Texter der Band Feine Sahne Fischfilet, mit derer auch die Kampagne "Noch nicht komplett im Arsch. Zusammenhalten gegen den Rechtsruck" ins Leben gerufen hat. Am 5. Dezember der Autor in Stuttgart in der Liederhalle aus seinem zweiten Roman "Jenseits der Brandmauer".
In "Jenseits der Brandmauer – Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“ richtet MONCHI den Blick auf seine Heimat, auf das Leben in der ostdeutschen Provinz und auf die gesellschaftlichen und politischen Spannungen, die dort längst zum Alltag gehören. Nach vielen Jahren in Rostock ist MONCHI zurück in die vorpommersche Provinz gezogen. In seinem Geburtsort, in dem er fast jeden kennt, gingen bei der vergangenen Bundestagswahl 54 Prozent der Stimmen an die AfD. Für MONCHI ist das kein abstraktes Wahlergebnis. Es betrifft Nachbarn, Bekannte und Menschen, denen er täglich begegnet. Die viel zitierte Brandmauer fühlt sich dort oft eher wie ein „Brandmäuerchen“ an. „Brandmauer? Das ist, ehrlich gesagt, einer dieser Begriffe aus der Großstadt. Ein Politik-Konzept, das in der Provinz völlig weltfremd wirkt. Aber ich und eine Menge anderer Leute in diesem Land leben schon jetzt jenseits irgendwelcher Brandmauern. Wir leben da, wo man sich nicht einigeln kann, außer man bleibt 24/7 in seinem Haus“, sagt MONCHI.
Genau von diesem Leben erzählt „Jenseits der Brandmauer“. Von Widersprüchen und Ambivalenzen, von schönen und beschissenen Momenten, von eigenen Fehlern und offenen Fragen. Von der Kneipe, in der Feine Sahne Fischfilet ihr Festival planen und in der zugleich der AfD-Stammtisch stattfindet. Von einer schwarz-weiß-roten Flagge auf dem Grundstück neben dem Proberaum. Aber auch davon, wie unterschiedlichste Menschen gemeinsam anpacken, wenn in Jarmen ein Skatepark für Kinder und Jugendliche entsteht. Das Buch ist dabei weder politische Streitschrift noch Anleitung für einfache Lösungen. Es ist ein persönliches Plädoyer gegen Schwarz-Weiß-Denken und für den Versuch eines Miteinanders, wenn die Gegensätze kaum noch überwindbar scheinen. Monchi beschreibt eine Realität, in der Rückzug für ihn keine Antwort ist, und stellt die Frage, was man selbst tun kann, um dort etwas zu verändern, wo man lebt.