Newsletter

Jan Josef Liefers

 

Der Soundtrack meiner Kindheit

In seinem Programm „Der Soundtrack meiner Kindheit“ spielt JAN JOSEF LIEFERS mit seiner Band Oblivion die Musik seiner Jugend in der DDR und verbindet diese mit Geschichten aus seinem Leben.

Mit seiner Band spielt JAN JOSEF LIEFERS jene Musik, die ihn durch verschiedene Phasen seiner Kindheit und Jugend begleitet, beeindruckt und geprägt hat. Zwischen den Songs berichtet er von seinem Leben im Osten und erzählt Interessantes zu den entsprechenden Bands und deren Musik. Kombiniert mit einer effektvollen Visualisierung des Programms durch privates Super-8-Filmmaterial und O-Tönen aus den siebziger Jahren, bereitet der in Dresden geborene Schauspieler JAN JOSEF LIEFERS seine Karriere und sein Leben auf: Ein authentisches „DDR-Kind“, das später in ganz Deutschland bekannt wurde, erzählt sein Stück deutsche Geschichte. Frei von „Ostalgie“ lässt sich all dies mit den eigenen Erfahrungen und Ansichten auf den Prüfstand der deutschen Gegenwart stellen.

Das weitgehend diffuse Bild, das viele Menschen im Westen von der DDR und ihrer Musikszene haben, soll durch dieses Programm geschärft und erweitert werden. Mit den unterhaltsamen und sehr persönlichen Einblicken aus dem Alltag eines jungen Menschen im Osten, der sich seine eigenen Gedanken macht und versucht, seinen Weg zu gehen, ohne sich allzu sehr verbiegen – sowie einer Auswahl der bemerkenswertesten Rock- und Popsongs der DDR - ist die Besonderheit dieses Programms am besten zu erklären.

JAN JOSEF LIEFERSund seiner Band ging es nicht darum, die über die Grenzen der DDR hinaus bekannten Hits zu spielen, sondern eher weniger bekannte, von der DDR-Zensur ungeliebte und zum Teil verbotene Stücke neu zu interpretieren. So haben sie wunderschöne Balladen wie „Am Abend mancher Tage“ oder „Mein Herz soll ein Wasser sein“ (beide LIFT), aber auch sehr kraftvolle Rocksongs wie „Türen öffnen sich zur Stadt“ (Puhdys) oder „Am Abend mancher Tage“ (Renft-Combo) ausgewählt und druckvoll und originell bearbeitet.

Die Künstler der DDR wurden – abhängig von ihrer Popularität – von Partei und Regierung durchaus ernst genommen. Ihre Kreativität wurde argwöhnisch beobachtet und oft genug zensiert oder verboten. Daraus entwickelte sich eine Art Code-Sprache, in der bildenden Kunst, wie in der Musik und der Lyrik, die vielleicht auch deshalb heute als besonders poetisch empfunden wird. Man übte

sich im Umschreiben, im Erfinden sprachlicher Bilder. Die Unmöglichkeit, Dinge klar beim Namen zu nennen machte eben erfinderisch. Alles in allem bietet der Abend „Soundtrack meiner Kindheit“ dem Zuschauer hörenswerte Musik aus dem „unbekannten“ ehemaligen Nachbarland DDR, die überraschenderweise auch unter den heutigen Bedingungen nachdenkenswerte Bezüge herstellt.

Die Idee zu diesem abendfüllenden Programm entstand anlässlich eines Konzerts im Rahmen der Konzertreihe Century Of Song der Ruhr Triennale 2006. Namhafte Künstler wie Rickie Lee Jones, Suzanne Vega, Patti Smith, Elvis Costello, Ron Sexsmith, Laurie Anderson oder David Byrne spielten dort in den letzten Jahren die Musik, die sie geprägt und bis heute beeinflusst hat.

Im Jahr 2006 lud Ruhr Triennale-Intendant Jürgen Flimm auch JAN JOSEF LIEFERS ein, seine persönlichen Songs Of The Century dem Publikum vorzustellen. Schnell hatte er eine Liste voller Songs fertig, zu denen vermutlich viele Menschen weltweit zustimmend mit dem Kopf nicken würden. Aber dann änderte er seinen Plan und ging weiter zurück in eine Zeit, in der wohl unsere eigentlichen Prägungen stattfinden, die Zeit in der man hört, was im Radio läuft, was die Eltern im Plattenschrank haben, lange bevor man sich die erste eigene CD kauft – die Kindheit.

Mit seiner Band spielte JAN JOSEF LIEFERS am 1.9.2006 vor ausverkaufter Jahrhundert-Halle in Bochum zum ersten Mal jene Musik, die ihn durch verschiedene Phasen seiner Kindheit und Jugend begleitet, beeindruckt und geprägt hat. Zwischen den Songs berichtete er von seinem Leben im Osten und erzählte Interessantes zu den entsprechenden Bands und deren Musik. Das weckte soviel Interesse und Begeisterung, dass die Band sich entschied, das ursprünglich als einmaligen Auftritt geplante Programm auszubauen. Für alle diesjährigen Konzerte ist das Zwei-Stunden-Programm durch dokumentarisches Film- und Audio-Material nun zusätzlich visuell aufbereitet.

weiterlesen